Stellungnahme zur sofortigen Einstellung des Fanprojektes Halle

fptotAm Freitag den 01.09.2017 verkündete die Stadt Halle (Saale), dass sie die Fortführung des Fanprojektes mit sofortiger Wirkung eingestellt habe. Der DFB als wesentlicher Finanzmittelgeber des Fanprojektes teilte tags zuvor mit, das Projekt unter städtischer Trägerschaft nicht mehr zu fördern. Der Verband sah keine Anhaltspunkte dafür, dass es der Stadt Halle (Saale) gelingen könnte, ein geeignetes Verhältnis zur Fanszene des Halleschen FC und zur Zielgruppe von Fanprojektarbeit (wieder)herstellen zu können.

Wir begrüßen die Entscheidung des DFB sehr, die Förderung unter städtischer Trägerschaft zu verwehren, und stattdessen einen freien Träger für den Wiederaufbau zu suchen. Das Vertrauen zwischen Stadt und HFC-Fans war und ist durch die Art und Weise der Absetzung des Fanprojektleiters und dem daraufhin seitens der Stadt verwehrten Dialog unwiederbringlich zerstört. Für eine gut funktionierende soziale Jugendfanarbeit ist jedoch das Vertrauen und der Dialog auf Augenhöhe der wichtigste Baustein. Leider hat man im Rathaus bis heute nicht verstanden, was Fanprojektarbeit bedeutet. Dies untermauerte die Aussage von Herrn Paulsen: „Es ist bedauerlich, dass der Boykott gerade von denjenigen Fans ausgeht, die nicht Zielgruppe des Projektes sind.“

Es bleibt die erschreckende Erkenntnis, wie der Oberbürgermeister als Einzelperson die gut funktionierende Fansozialarbeit von 10 Jahren per Handstreich zerstören konnte. Es zeigt aber auch, wie wichtig es ist, das Fanprojekt einem freien Träger zu übergeben, um politische Machtspiele in diesem Bereich zu vermeiden.

Wir hoffen, dass der DFB gemeinsam mit den anderen Fördermittelgebern und unter Einbindung der Fanszene einen freien Träger findet, um die ausgezeichnete Arbeit des Fanprojektes in Halle fortzuführen. Wir hoffen auch, dass die Mitarbeiter des alten Fanprojektes dem neuen Fanprojekt positiv gegenüber stehen und bedanken uns abermals für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

HFC-FANKURVENRAT
HFC-Fanszene e.V.
Saalefront-Ultras

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Information über Einladung der Stadt Halle (Saale) an die HFC Fanszene Vertretungen

Nach 4 Monaten Funkstille haben der HFC-Fankurvenrat, der HFC-Fanszene e.V. und die Saalefront Ultras nunmehr kurzfristig vom OB Büro für den 03.08.2017 einen Termin erhalten.

Äußerst irritiert haben wir dabei die Einladung zu einem Gespräch mit dem „favorisierten“ Bewerber der Stadt Halle (Saale) für die Stelle des Fanprojektleiters zur Kenntnis genommen.

Das Schreiben erweckt bei den organisierten Fans des HFC den Eindruck, als möchte das OB-Büro ohne jegliche Aufarbeitung der letzen 4 Monate und bei einem vorherrschenden, völlig zerstörten Vertrauensverhältnis unberührt zum „Alltag“ übergehen und sich innerhalb weniger Minuten eine Absegnung des OB-Büro-Kandidaten für die Fanprojektleiterstelle einholen.

Dabei ist allseits bekannt, dass aktuell alle Aktivitäten unsererseits ggü. dem Fanprojekt ruhen, da die transparente und sachliche Aufarbeitung zur Entstehung der jetzigen Situation seitens der Herren Wiegand und Paulsen offensichtlich ausgesessen werden sollen und man als einzige Aktivität Herrn Kluge in einer Pressemitteilung denunziert hat, indem man nach Jobrotation jetzt des Verraten von Interna an die HFC Fanszene und den DFB als Grund für seine Versetzung angibt. Wir wären daher sehr daran interessiert, welche Betriebsgeheimnisse denn vom Leiter des Fanprojektes ausgeplaudert wurden sein sollen!

Erinnert sei an dieser Stelle, dass alle dem OB-Büro zugesandten Schreiben der HFC-Fanverbände sowie Partnerorganisationen und Netzwerkpartner (u.a. die Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS) als auch der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG)) bislang unbeantwortet blieben.

Aus o.g. Gründen haben wir uns dafür entschieden, den Termin zur Vorstellung des neuen Fanprojektleiters am 03.08.2017, nicht wahrzunehmen.

Vielmehr erwarten wir als ersten Schritt zur Wiederaufnahme der persönlichen Kommunikation eine Einladung seitens der Stadt Halle (Saale) zu einem Gespräch bzgl. der Beantwortung aller offenen Fragen, die die organisierte Fanszene des Halleschen FC seit März 2017 mehrfach schriftlich an das OB-Büro adressiert hat.

HFC-FANKURVENRAT
HFC-Fanszene e.V.
Saalefront-Ultras

Infos zum derzeitigen Stand der Fanszene

Am Samstag geht es endlich wieder los. Unser HFC startet in die neue Saison 2017/18. Mit Beginn der neuen Saison gibt es weiterhin zahlreiche Fragen rund um die Fanszene des HFC und den aktuellen Stand zum Streetwork-Fanprojekt Halle sowie dem Fanhaus. Darüber möchten wir euch in dem folgenden Text informieren.

Zunächst ein kurzer Rückblick: Es ist mittlerweile drei Monate her, dass der Leiter des Fanprojektes Halle vom Oberbürgermeister Bernd Wiegand abgesetzt bzw. innerhalb der Stadt versetzt wurde. Nach der Absetzung von Steffen Kluge haben wir den OB in mehreren Briefen aufgefordert, seine Entscheidung fachlich nachvollziehbar zu begründen und v.a. uns gegenüber darzustellen, wie er sich die weitere Sozialarbeit mit HFC-Fans vorstellt. Bis heute sind unsere Fragen an die obere Stadtverwaltung unbeantwortet geblieben. Daher haben wir die Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt Halle in der letzten Saison auf allen Ebenen eingestellt. Ohne Fanprojektleitung fand zuletzt weder die Begleitung von Auswärtsfahrten statt, noch wurden etablierte Informations-, Bildungs- oder Freizeitangebote mit der HFC-Fanszene fortgesetzt. Im Gegenteil, eine lang geplante Bildungsreise nach Rumänien wurde kurzerhand sogar storniert. Das Fanhaus, der wohl wichtigste Anlaufpunkt, vegetiert seither – von Fans ungenutzt – vor sich hin.

Der im Jahr 2012 gemäß dem Nationalen Konzept für Sport und Sicherheit (NKSS) gebildete Fanprojektbeirat wurde von der Stadt mit der Begründung eines Formfehlers aufgelöst. Diesem zufolge seien die Vertreter aus den drei Trägern des Fanprojekts (DFB, das Land Sachsen-Anhalt sowie die Stadt Halle), den örtlichen Partnern (HFC, Polizei, Jugendausschuss, Sportausschuss, Fußballverband Sachsen-Anhalt) sowie zwei Fanvertreter nach zwei Jahren nicht wieder ordnungsgemäß bestätigt worden. Damit fiel auch die geplante Beiratssitzung am Ende der letzten Saison aus. In dieser wollte man sich über den weiteren Werdegang des Fanprojektes beraten. Bis heute wurde die geplante „Neubestätigung“ durch die Stadt nicht realisiert. Auch ein durch die Stadt angekündigtes neues Konzept ist nicht zu erkennen. Das Fanprojekt Halle wird nach der Entscheidung der Verwaltung mehr als stiefmütterlich behandelt. Um es kurz zu machen: Der OB hat es qua Amt geschafft, die vertrauensvolle und erfolgreiche Arbeit des Fanprojekts der letzten 10 Jahre innerhalb von 10 Tagen zu zerstören. Danke Herr Wiegand! Der langfristige Schaden für die Fanszene, hervorgerufen durch das aktionistische, gutsherrenartige Eingreifen des OB-Büros, lässt sich gegenwärtig noch nicht abschätzen. Der Oberbürgermeister möchte das Thema offensichtlich aussitzen.

JEDOCH NICHT MIT UNS!

Da sich die undurchsichtige Situation nicht geändert hat und wir als organisierte Fanszene, der HFC als Profiverein, die HFC-Fans in Stadt und Umland und nicht zuletzt die breite Öffentlichkeit in Halle über keinerlei Informationen zur angekündigten Neuausrichtung des Streetwork-Fanprojektes verfügen, werden wir die Zusammenarbeit, welche sich ausdrücklich nicht persönlich gegen die Mitarbeiter des Fanprojektes richtet, auch weiterhin aussetzen. Das Fanhaus wird von uns weiterhin nicht frequentiert und steht nicht als Anlaufort zur Verfügung. Einen gemeinsamen Treffpunkt für die Organisation und Koordination der HFC-FANKURVE gibt es aktuell nicht. Zwischenzeitlich hatten wir zwar ein Objekt, welches sich als neues Domizil aktiver HFC-Fans angeboten hätte, im Auge. Doch war die Immobilie finanziell nicht zu stemmen, so dass wir davon wieder Abstand nehmen mussten.

Dennoch werden wir zu bestimmten Spielen zu gemeinsamen Treffs und Fanmärschen aufrufen, um die HFC-Fanszene in ihrer Einheit zu stärken. Im Stadion werden wir weiterhin lautstark unseren Protest gegen den OB zum Ausdruck bringen. Das sind wir dem Fanprojekt und Steffen Kluge in Person schuldig.

Trotz all der Widrigkeiten, werden wir uns als HFC-Fanszene nicht vom Oberbürgermeister unser Fan-Sein und die Entwicklung des Vereins diktieren lassen. Unsere Fanszene steht für eine breite Vielfalt. Aber auch der Verein, vertreten durch gewählte Mitglieder unseres Vereins, steht für eine gemeinsame Entwicklung! Diese werden wir nicht von planlosen Einzelpersonen zerstören lassen. Für uns heißt es nun getreu dem Motto „NUR ZUSAMMEN“, die gewachsenen Strukturen neu aufzubauen ohne dabei unseren ehrlichen Weg zu verlassen. Es heißt, alte Gräben zu überwinden und sich „NUR ZUSAMMEN“ aktiv für unseren HFC einzubringen! Und das auf allen Ebenen. Strukturen werden dafür im Hintergrund schon geschaffen. Der steinigste Weg ist meist der Beste.

Wir freuen uns auf den Saisonstart, auf eine lautstarke HFC-FANKURVE, auf ein gut gefülltes Stadion und eine engagierte Mannschaft. Lasst uns die kommenden Aufgaben anpacken! NUR ZUSAMMEN!

HFC-FANKURVENRAT

HFC-Fanszene e.V.

Saalefront-Ultras

Offene Fragen zum Fanprojekt der Stadt Halle

Sehr geehrter Herr Dr. Wiegand, sehr geehrter Herr Paulsen,

leider haben Sie bis heute nicht auf interne und öffentliche Schreiben der HFC Fanverbände, Partnerorganisationen und einzelner HFC Fans reagiert. Da Sie die Absetzung von Herrn Steffen Kluge als Fanprojektleiter lediglich über die Medien rechtfertigen, möchten wir unser Unverständnis über Ihre unverantwortliche Handlungsweise ebenfalls öffentlich kundtun.

Wir sind über Ihre mediale, sehr widersprüchliche Darstellung zu den Verantwortlichkeiten und Versetzungsgründen äußerst irritiert.

Zunächst boten Sie über die Mitteldeutsche Zeitung ein klärendes Gespräch Ihrerseits mit den HFC Fans an. Später verwiesen Sie gegenüber TV Halle auf den Grundsatzreferenten Herrn Oliver Paulsen als Verantwortlichen für die Absetzung des Fanprojektleiters. Danach sagten Sie, die von Ihnen angekündigte Neuausrichtung der Halleschen Fanprojektarbeit würde den HFC Fans erst der neue Leiter des Projektes erklären.

Zuletzt haben Sie gegenüber der MZ erklärt, die Fanprojektarbeit läuft mit den verbliebenen Mitarbeitern zunächst weiter wie bisher.
Wir möchten Ihrer Darstellung grundsätzlich widersprechen. Es erfolgt nach der abrupten Absetzung der Fanprojektleitung mitnichten eine unveränderte Arbeit der sozialpädagogischen Fanbetreuung beim Halleschen Fußballclub.

Im Gegenteil, die Atmosphäre innerhalb der HFC Fangemeinde ist durch Ihren Eingriff in ein stabiles, konstruktives und vertrauensvolles Beziehungssystem zwischen Verein, Polizei und Fanszene massiv gestört worden. Die gesamte aktive HFC Fanszene hat den Kontakt zum Fanprojekt eingestellt. Die langfristig negativen Folgen für den Fanprojektstandort Halle sind dabei nicht absehbar.

Fest steht aber, in folgenden Bereichen findet derzeit keine Fanprojektarbeit mehr statt:

1. Kein Kontakt zur Zielgruppe
– Keine Einzelfallarbeit (Abbruch von Einzelfallhilfen)
– Keine Gruppenarbeit (fehlender Zugang zu HFC-Fangruppierungen)
– Keine Nutzung des Offenen Treffs im Fanhaus in der Woche und bei Heimspielen
– Keine Nutzung der Fanprojekt-Räumlichkeiten durch Fanverbände und Fanklubs
– keine ehrenamtliche Mitarbeit durch HFC Fans im Fanprojekt

2. Keine Spieltags-Betreuung von HFC Fans bei Auswärtsspielen

3. Keine Öffentlichkeitsarbeit u.a. Aktualisierung der Internetpräsentationen (Facebook)

4. Keine Sendung des HFC Fanradios

5. Keine Durchführung des HFC Halbzeitspiels

Da wir nach dem Besuch von DFB Präsident Herrn Grindel in Halle über die Medien nun von einem weiteren Gesprächsangebot Ihrerseits erfahren haben, möchten wir dieses Angebot erneut annehmen und bitten nochmals um einen konkreten Gesprächstermin.

Wir müssen allerdings, trotz medialer Ankündigungen, davon ausgehen, erneut keinen Gesprächstermin von Ihnen zu erhalten. Daher werden wir dafür die Einwohnerfragestunde im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch, den 26.4.2017 um 14:00 Uhr, wahrnehmen.

Damit Sie sich auf die Fragen vorbereiten können, senden wir Ihnen diese Fragen im Vorfeld zu:

1. Nach aktuellen Medienberichten liegt der Versetzung von Steffen Kluge, laut ihrer Aussage, kein Fehlverhalten, sondern eine Verwaltungsvorschrift zum 3-jährigen Wechsel von Leitungsfunktionen innerhalb der halleschen Stadtverwaltung, zu Grunde.
– Warum erfolgte der Wechsel dann abrupt nach 10 Jahren ohne Übergangs- und Einarbeitungsphase eines Nachfolgers, unmittelbar vor den wichtigsten Spielen der Saison?
– Was gab es von Ihnen an der bisherigen Fanprojektarbeit auszusetzen?
– Warum wurde die Fanprojekt-Leiterstelle erst nach Kluges Absetzung, ohne Abstimmung mit den Fördermittelgebern, dem HFC und der HFC Fanszene ausgeschrieben?

2. Sie haben öffentlich die Jobrotation im Fanprojekt Halle mit dem Einsatz neuer szenekundiger Beamter innerhalb der Polizeidirektion Süd begründet.
– Was verstehen Sie unter Jobrotation?
– Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen einem von Ihnen angekündigten Personalwechsel innerhalb der Polizei und der Personalentwicklung im Streetwork Fanprojekt der Stadt?

3. Warum ist das Fanprojekt als klassisches Jugendhilfeprojekt direkt dem OB Büro angegliedert und nicht wie bundesweit üblich dem Fachbereich Jugend und Soziales oder Trägern der Freien Jugendhilfe zugeordnet?

4. Das Fanprojekt Halle wurde vom DFB für seine Bildungsreisen unter der Federführung von Steffen Kluge ausgezeichnet.
– Warum wurde Herrn Kluge, dessen Vertrauensbasis zu den HFC Fans die unverzichtbare Grundlage für die Durchführung von Bildungsreise-Projekten darstellt, nicht berücksichtigt und somit bewusst die Durchführung der sehr langfristig geplanten Bildungsreise nach Rumänien im Juni gefährdet.

5. Angekündigte Neuausrichtung der Fanprojektarbeit am Standort Halle
– Wie soll diese Neuausrichtung konkret aussehen?
– Wie kann Ihrer Meinung nach professionelle soziale Arbeit mit HFC-Fans gestaltet werden?
– Wie soll die mit DFB Präsident Herrn Grindel abgesprochene Mitbestimmung der HFC-Fanszene bei der Stellenneubesetzung tatsächlich umgesetzt werden?

Mit rot-weißen Grüßen

HFC FANKURVENRAT,
HFC-Fanszene e.V.,
Saalefront Ultras

Die Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt Halle wird mit sofortiger Wirkung und auf allen Ebenen eingestellt!

Nun ist es amtlich!
Oberbürgermeister Bernd Wiegand hat Steffen Kluge versetzt, der somit seit diesem Montag nicht mehr Leiter des Streetwork-Fanprojektes Halle ist!Für uns als HFC-Fans ein Schock!
Um es klar zu sagen: Herr Wiegand setzt im Alleingang den Leiter des Fanprojektes ab und zerstört damit 10 Jahre harte Arbeit und die Vertrauensbasis. Für uns ist dieser Alleingang nicht hinzunehmen, weshalb wir die Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt Halle bis zur vollständigen Klärung der Situation bezüglich der Weiterführung der Arbeit im Allgemeinen sowie die Personalentscheidung im Speziellen konsequent und in allen Bereichen einstellen!

Das betrifft konkret die ehrenamtliche Betreuung des Fanhauses an Spieltagen durch die aktive Fanszene sowie die komplette Nutzung des Fanhauses durch uns; sei es zu den Fantreffs am Dienstag oder den Treffen im Rahmen der Fanarbeit des HFC-Fanszene e.V., des HFC-FANKURVENRATs sowie der Ultraszene. Ebenso stellen wir die ehrenamtliche Arbeit des HFC-Fanradios und des Halbzeitspiels ein, welche durch das Fanprojekt Halle initiiert, unterstützt und über Jahre begleitet wurde.

Wir haben uns zu diesen schweren Schritten entschieden um aufzuzeigen, dass die Arbeit des Fanprojektes vor allem durch den Einsatz des Fanprojektleiters, Herrn Kluge, geprägt ist und nicht einfach (wie in einer Werkstatt für Ersatzteillager) auszutauschen ist. Immerhin handelt es sich hier um ein sehr spezielles Handlungsfeld der Jugendsozialarbeit.

Das Fanprojekt Halle und die soziale Arbeit mit HFC-Fans, insbesondere der jüngeren Generation, gehören nachweislich zu den besten in Deutschland!
Was heißt das konkret? Die bewusste Auswahl des Standortes, die Sanierung des Fanhauses durch HFC-Fans, der über die Jahre gewachsene und gut besuchte Fan-Treff an Spieltagen für Fans aller Couleur, der Kontakt und die Arbeit an der Fan-Basis, aber vor allem die Akzeptanz und der insbesondere durch die vielen Projekte und Bildungsreisen hervorgerufene Respekt für die kontinuierliche Arbeit.

In den letzten 10 Jahren wurde mit dem Streetwork-Fanprojekt Halle, getreu dem Motto „NUR ZUSAMMEN“, etwas geschaffen, was nicht ansatzweise in Gold aufzuwiegen ist. Steffen Kluge wusste immer wieder den schweren Spagat zwischen Verständnis, Aushandlung und mahnenden Worten zu stehen. In unzähligen Treffen und Gesprächen sorgte er dafür, die Spannungsfelder zwischen den verschiedenen Interessens- und Konfliktparteien abzubauen.

Alle Netzwerkpartner des halleschen Fanprojektes wissen das vor dem Hintergrund ihrer jahrelangen Erfahrung zu würdigen und genau einzuschätzen.

Aktuell gibt es keinen Ersatz für Steffen Kluge! Damit kann die soziale Fanarbeit nicht mehr in gewohnter Weise und im herkömmlichen Umfang aufrechterhalten werden. Uns fehlt das Vertrauen in ein „neues“ Fanprojekt, weshalb wir uns zu diesen Schritten veranlasst, ja gewissermaßen genötigt sehen.

Wir fordern Herrn Wiegand zum wiederholten Mal auf, seine, aus unserer Sicht, unüberlegte Personalentscheidung fachlich zu begründen und sie vor allem zu überdenken!

HFC-FANKURVENRAT
HFC-Fanszene e.V.
Saalefront-Ultras

Betretungsverbote…, die nächste Reaktion des OB!?

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Eine Woche ist vergangen, seit wir uns mit dem offenen Brief zur Versetzung von Herrn Steffen Kluge an den Oberbürgermeister der Stadt Halle gewandt haben. Bis heute haben wir KEINE Reaktion aus dem Rathaus erhalten. Auf unsere Bitte nach einem Gespräch gab es weder einen Terminvorschlag noch wurden uns die Gründe für die eventuelle Versetzung oder ein Dementi genannt. Auch sonst herrscht an dieser Stelle das berühmte Schweigen im Wald. Herrn Kluge, welcher aktuell noch im Amt ist, wurde zum Thema ein Maulkorb aufgesetzt, was auch hier die Arbeit wesentlich erschwert. Anstelle des Oberbürgermeisters meldete sich gestern eine völlig unerwartete Partei zu Wort: Die Polizei Halle. Diese überbrachte zahlreichen HFC-Fans gestern Abend zwischen 19-21 Uhr ein Betretungsverbot für das Spiel am Samstag. Personen, die man nicht zuhause antraf, wurden heute auf der Arbeit besucht und dort bloßgestellt. Das passierte, obwohl es nach Vorfällen in der Vergangenheit eine klare Aussage der Polizeiführung gab, diese Herangehensweise in Halle nicht mehr zu praktizieren. Neben den zahlreichen fadenscheinigen, persönlichen Begründungen schlug bei uns doch gerade die zentrale Begründung ein, warum es nun einen Tag vor dem Spiel gegen Fortuna Köln wichtig sei, HFC-Fans der aktiven Fanszene einen Platzverweis zu erteilen: Die Erklärung lag in unserem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt. Nicht nur, dass die hallesche Polizei nicht weiß, dass Herr Kluge Sozialarbeiter und Mitarbeiter der Stadt ist und kein Fanbeauftragter. Nein, auch die Bezeichnungen der Fanverbände vermochte man nicht richtig abzuschreiben. Zu aller Härte führte der zitierte Text, dass die „Balance zwischen Verein, Fans und Sicherheitsinstitutionen massiv gestört bzw. auf längere Sicht destabilisiert IST (im Original: WIRD)“ zur Einschätzung einer stark feindschaftlichen Grundhaltung der Szene gegenüber der Stadt und der Polizei zum anstehenden Heimspiel. Nicht nur, dass unser Brief falsch zitiert wurde. Er führt durch das schlichte Vertauschen von zwei Worten in der grammatischen  Zeitform zu einer vollkommen falschen Einschätzung der Lage. Wir können diese Einschätzung der Polizei nicht teilen, betrachten jedoch die Situation gerade nach den unverhältnismäßigen Betretungsverboten als unnötig aufgeheizt. Dies hat vor allem mit dem nicht eingeräumten Recht auf Anhörung zu tun als auch mit der Kürze der Zeit, in der die Verbote ausgehändigt wurden, wodurch keine Möglichkeiten mehr bestehen, sich rechtlich dagegen zur Wehr zu setzen. Wir können diese Maßnahme nicht verstehen und verurteilen diese Zuspitzung der Situation. Wir können nur hoffen, dass dies nicht mit der geplanten Absetzung des Fanprojektleiters zu tun hat. Falls dies doch der Fall sein sollte, können wir schon jetzt sagen, dass es der falsche Weg ist. Wir können an der Stelle allen betroffenen HFC-Fans nur raten, sich rechtlichen Beistand zu besorgen, auch wenn dies für das morgige Heimspiel keinen Erfolg mehr verspricht. Den Oberbürgermeister der Stadt fordern wir nochmals auf, das Schweigen zu brechen und Klarheit in die Personalie Steffen Kluge zu bringen. An die Polizei möchten wir appellieren, den ruhigen sachlichen Weg wieder einzuschlagen, welcher in direkter Zusammenarbeit des Fanprojektes, der Stadt Halle, der Polizei, aber auch den Fangremien eingeschlagen wurde.

HFC-FANKURVENRAT

HFC-Fanszene e.V.

Saalefront-Ultras

Offener Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Halle zur Absetzung des Fanprojektleiter des Streetwork Fanprojekt der Stadt Halle

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wiegand,

Wir, der HFC-FANKURVENRAT, Dachverband von 36 HFC-Fanclubs der HFC-FANKURVE, der HFC-Fanszene e.V., Dachverband der HFC-Fans, die Saalefront-Ultras, Sprecher der Ultraszene, und somit alle relevanten aktiven Fanclubs / Fangruppierungen / Fans des HFC wenden uns an Sie, da uns mit großem Entsetzen und völligem Unverständnis die Information erreichte, dass Steffen Kluge ab sofort nicht mehr in der Funktion des Leiters Fanprojekt Halle aktiv sein wird.

Steffen Kluge hat sich über Jahre, auch schon vor seiner Einstellung als Fanprojektleiter, einen Namen in der so genannten offenen Jugendsozialarbeit gemacht. Bereits im Rahmen seiner Tätigkeit im damaligen Jugendclub „Roxy“ begann er u.a. Kontakte zu Jugendlichen aufzubauen, die ein wichtiger Baustein der Fanszene des HFC waren und sind. Diese Sozialkontakte konnte er später im Aufbau, in der Organisation, Gestaltung und Entwicklung des Streetwork Fanprojektes nutzen. Dieses Handlungsfeld der sozialen Arbeit mit jugendlichen HFC-Fans ist bekanntermaßen mit einem hohen Maß an Kontinuität, vor allem aber mit höchst sensibler Vertrauensbildung verbunden, um sich überhaupt gesellschaftsrelevanten Themen, wie politischer Extremismus oder Gewalt, widmen zu können. Die unzähligen realisierten Projekte bestätigen, dass die Arbeit Kluges von HFC-Fans angenommen wird, dass er den nötigen Respekt in der Fanszene genießt und er seinen pädagogischen Einfluss insbesondere in problematischen Situationen geltend machen kann, was wiederum die ehrliche, vertrauensvolle Arbeit an der `Fanbasis´ erfordert. Auch bundesweit genießt Steffen Kluge als Leiter des Fanprojektes Halle höchstes Ansehen, so zum Beispiel in den Netzwerken der Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS) sowie innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG). Die überdurchschnittliche Arbeit von Herrn Kluge wurde entsprechend mit der Vergabe des Qualitätssiegels der KOS nach dem nationalen Konzept Sport und Sicherheit im Jahre 2012 und mit der Verleihung des Julius-Hirsch-Preises durch den DFB im Jahr 2015 gewürdigt.
Seit dem Projektstart im Jahre 2006 entwickelte Herr Kluge über die letzten 10 Jahre vertrauensvolle Kommunikationsstrukturen zwischen dem HFC und seinen Fans, Verbänden, der Polizei, den Medien und anderen Institutionen und etablierte sich hierbei als anerkannter, kompetenter Vermittler in diesem hochkomplexen, spannungsgeladenem Aktionsfeld.

Das plötzliche Herauslösen von Herrn Kluge aus seiner Funktion als Fanprojektleiter – ohne erkennbaren Grund – wird die im bundesweiten Vergleich sehr ausgewogene Balance am Standort Halle zwischen Verein, Fans und Sicherheitsinstitutionen massiv stören und auf längere Sicht destabilisieren. Diese personelle Einzelmaßnahme produziert Konsequenzen, die in ihrem Ausmaß nicht absehbar sind, sowohl für die Fanszene des HFC als auch für das Fanprojekt selbst. Wie sollen die über Jahre aufgebauten Kontakte und Netzwerke `ersetzt´ werden? Was passiert mit den künftig durch Steffen Kluge geplanten Projekten? Wie soll die Vertrauensbasis für diese spezifische Form der Sozialarbeit mit einer potenziell neuen Fanprojektleitung hergestellt werden? Auch, wie soll die Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten aussehen? Die neu installierte Leitung würde von der sensiblen Fanszene des HFC niemals zeitnah akzeptiert werden und würde Jahre eines Neuaufbaus bedeuten. Wie soll da eine soziale Arbeit an der `Basis´ erfolgen? Warum gewachsene Strukturen und Vertrauensverhältnisse zerstören? Und die wohl allerwichtigste Frage von allen: Welchen Grund hat die Absetzung von Herr Steffen Kluge?

Wir bitten Sie, die Entscheidung, Herrn Kluge von seiner Aufgabe zu entbinden, zu überdenken! Wir als Fanszene des HFC können und wollen diese Entscheidung nicht so hinnehmen da sich diese jeglicher Grundlage entzieht!

Wir bitten Sie zeitnah um einen Gesprächstermin, um die Folgen dieser abrupten Personalentscheidung auf die aktuell noch stabile, aber stets fragile Konstellation aller Beteiligten aus der Sicht der Fanvertretungen zu erläutern.

Mit rot-weißen Grüßen

HFC-FANKURVENRAT
HFC-Fanszene e.V.
Saalefront-Ultras