Stellungnahme Osnabrück

„Es gab Ausschreitungen, die wir in dieser Dimension lange nicht erlebt haben.“ So wird der Einsatzleiter Alexander Meyer der Polizei Osnabrück in den Medien zitiert.

War das tatsächlich eine realistische Einschätzung der Situation?

Zu Beginn der 2. Halbzeit wurde von Teilen der HFC-Fans Pyrotechnik als Stilmittel gezündet, welche ausschließlich im Block blieb und das Spiel oder Personen nicht gefährdete. Eine pauschale Gleichsetzung mit Krawallen oder Gewaltdelikten ist fehl am Platz! Im weiteren Verlauf des Spiels kam es beim 2:0 der Gastgeber zu Provokationen am Trennzaun zum Osnabrück-Block. Die Lage beruhigte sich jedoch, ohne das Polizei oder Security im Gästesektor einschreiten musste.

Nachdem die Mannschaft am Zaun abgeklatscht wurde, wollten die HFC-Fans den Block verlassen, wurden jedoch von der Polizei daran gehindert. Behelmte Sicherheitskräfte versperrten die Ausgänge des Gästeblocks. Diese Maßnahme verstanden die HFC-Fans nicht und so kam es zu Unmutsbekundungen mit leichten Rangeleien. Die Polizei reagiert mit überzogener Brutalität und setzte aus kürzester Entfernung Pfefferspray sowie Faustschläge gegen die HFCer ein, wodurch die Lage zur Eskalation geführt wurde.

Darüber hinaus setzte auch die Security Pfefferspray und sogar einen sogenannten Totschläger gegen die Gästefans ein. Die genannten Waffen sind für Securitymitarbeiter verboten, hätten somit auch in der hitzigen Situation keine Verwendung finden dürfen! Durch die eingesetzte Gewalt von Polizei und Security wurden zahlreiche HFCer in Form von starken Augenreizungen, Nasenbeinbrüchen und Platzwunden verletzt. Leider ist das keine vielzitierte „neue Dimension der Gewalt“, sondern viel zu oft erlebter Alltag im Vorgehen der Polizei gegenüber uns Fußballfans, in dessen Folge es in Osnabrück zu Widerstandshandlungen kam.

Nachdem sich die Lage beruhigt hatte teilte die Polizei über Lautsprecher mit, dass eine Zaunfahne aus dem Block der Heimfans entwendet wurde. Auf Grund des Vorfalls werde man alle Personalien der HFC-Fans aufnehmen, Körperkontrollen durchführen und alle Anwesenden wegen schweren Landfriedensbruch und Körperverletzung anzeigen. Diese Kontrollen zogen sich trotz Kooperation der HFC-Fans durch den Einsatz einer einzigen Kamera zum Filmen der Personen und Personaldaten unnötig bis 5,5 h nach dem Spiel hin! Dabei wurden vereinzelt, zum Großteil ältere HFC-Fans welche ihren Unmut lautstark äußerten, brutal herausgezogen und mit 4-5 Einsatzkräften am Boden traktiert. Trotz penibelster Durchsuchungen wurde keine Osnabrücker Zaunfahne gefunden.

Vor den Personenkontrollen durchsuchten Polizeikräfte in Abwesenheit der Insassen einen von zwei HFC Fanbussen. Dabei wurden alle Getränkeflaschen sowie Rucksäcke mit Verpflegung und persönlichen Gegenständen aus dem Bus entfernt und im Regen hinter einer Absperrung deponiert. Nach der Kontrolle aller HFC-Fans wurden die Sachen vor der Abreise wieder ausgehändigt. Ein Sinn dieser Maßnahme war nicht erkennbar. Nach der Ausgabe fehlten jedoch zahlreiche persönliche Gegenstände, welche sich bis zur Abreise nicht mehr einfanden.

Wir werden in Gesamtheit das Gefühl nicht los, dass sich hier ein Polizeieinsatzleiter profilieren wollte und zu keinem Zeitpunkt die Lage realistisch einschätzen konnte. Nicht hinnehmbar ist hierbei vor allem die nicht vorhandene Verhältnismäßigkeit des Vorgehens der Beamten, bei der fast 200 HFC‘er bis 2:30 Uhr festgehalten wurden und somit total übermüdet die ca. 400 km lange Heimreise, größtenteils nach der Arbeit mit PKW´s angereist, antreten mussten. Ein Großteil der PKW Fahrer war bis zur Ankunft in Halle 24 Stunden auf den Beinen und somit auf Grund akuter Übermüdung einem extrem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Alles nur, weil es zu einem angeblichen Diebstahl einer Zaunfahne kam. Trotz intensiver Kontrollen wurde das Relikt nicht gefunden.

Unsere Anwälte prüfen derzeit die Einleitung rechtlicher Schritte. Aus diesem Grund bitten wir alle HFC-Fans zeitnah um Augenzeugenberichte, Video- und Bildmaterial, Mitteilungen über Verletzungen sowie um eine Auflistung der aus dem Bus entwendeten persönlichen Gegenstände.

Sendet uns diese bitte an info@hfc-fankurve.de. Alle HFCer, welche eine Anzeige erhalten haben, sollten sich zeitnah um rechtlichen Beistand kümmern und die Vorfälle überprüfen lassen.

Ebenfalls möchten wir die Medien darum bitten sachlich und differenziert über die Vorfälle zu berichten.

HFC-FANKURVENRAT
im Namen der HFC-Fanclubs

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